Kodi Android TV-Boxen auf eBay – Ist das legal?

Multimedia TV-Boxen auf eBay mit Filmen & Serien - Ist das legal?

Seit etlicher Zeit werden auf eBay, eBay-Kleinanzeigen oder vergleichbaren Portalen Android Kodi TV-Boxen angeboten. Geworben wird damit, dass Filme, Serien und Sportübertragungen kostenlos in gestochen scharfem 4K angeschaut werden können. Wie viel Wahrheit steckt dahinter? Und: Ist das legal?

Hinweis zum Schutz eurer Identität

Bevor wir starten, weisen wir darauf hin, dass das Streamen bestimmter Inhalte über Kodi nicht legal ist. Um die eigene Privatsphäre zu schützen, empfehlen wir die Nutzung eines VPNs. Mit einem VPN lassen sich Identität und Standort verschleiern. Ebenfalls ist eine bessere Performance der Streams möglich, da Internetanbieter die Geschwindigkeit bestimmter Dienste drosseln. Wir empfehlen unseren Testsieger CyberGhost (hier zum Test), der die höchste Sicherheitsstufe garantiert, dabei eine sehr hohe Geschwindigkeit erreicht und mit einem fairen Preis aufwartet. Weitere VPN-Tests findet ihr HIER.

Kodi-Tipps.de steht in keinerlei Verbindung zu Kodi oder den Entwicklern von Addons. Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Ratgeberartikel. Für den Inhalt etwaiger Addons sind die entsprechenden Entwickler verantwortlich.

Streaming über Kodi Video-Addons

Kodi ist eine Multimedia-Center-Software, mit der ihr eure Mediensammlung anschauen, streamen und grafisch aufarbeiten könnt (Zum Artikel: Was ist Kodi und was kann damit gemacht werden?). Bekanntheit erlangte die Software aber in erster Linie durch die zahlreichen Addons, mit denen Kodi nach den eigenen Vorstellungen angepasst werden kann. Mit einigen Addons ist auch das Streamen von Videoinhalten möglich, darunter aktuelle Filme und Serien.

Das Streamen von Videoinhalten aus nicht lizenzierten Quellen ist laut einem Urteil des europäischen Gerichtshofes illegal. Trotzdem gibt es noch keinen bekannten Fall, der einen Streaming-Konsumenten verurteilt hat. Es muss genau unterschieden werden: Handelt es sich um einen kostenfreien oder bezahlpflichtigen Stream? Welche IP-Adresse wurde verwendet? (Zum Artikel: Kodi & Kodi-Streams – Was ist legal & was ist illegal?)

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Kodi TV-Boxen auf eBay und Kleinanzeigen

Einige Privatleute nutzen diese technischen Feinheiten und die Hindernisse bei der Überführung von vermeintlichen Streaming-Konsumenten aus, um ordentlich Geld zu verdienen. Bereits seit einiger Zeit werden auf Verkaufsplattformen wie eBay ominöse „Android TV Boxen“ verkauft. In der Beschreibung wird mit Superlativen wie „4K“, „Kostenlose Filme & Serien“ und „Quad Core“ um sich geschlagen. Dazu kosten diese Boxen lediglich 30€ bis 150€. Ein Schnäppchen?

Android Boxen aus China – Billige Hardware

Natürlich schenken einem solche Anbieter keinen Cent. Viel mehr wollen sie selber Geld verdienen. Die angepriesenen TV-Boxen stammen zumeist aus Asien und haben das freie Betriebssystem Android installiert. Bei der verbauten Hardware handelt es sich um Bauteile, die in mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets zu finden sind. Bereits in Mittelklasse-Smartphone sind heutzutage Prozessoren mit bis zu acht Kernen verbaut, die niedrig takten und den Akku schonen sollen.

Begrifflichkeiten wie „Quad Core“ oder „Octa Core“ sind deshalb nichts weiter als Worthülsen. Günstige Hardware ist bislang noch nicht in der Lage dazu, native 4K-Inhalte flüssig und ruckelfrei abzuspielen.

Hardwareausstattung mit Schwächen – im Detail

Schaut man sich die Spezifikationen etwas genauer ist, ist von „RAM“ und „ROM“ die Rede. Bei RAM handelt es sich um Arbeitsspeicher, der bestimmte Prozesse und Daten ablegt, um schneller darauf zuzugreifen. Während in modernen Smartphones und Computern bis zu 32 GB davon verbaut sind, haben die Android TV Boxen in der Regel 1 bis 4 GB.

Bei „ROM“ handelt es sich um den Festplattenspeicher, der in solchen Boxen auch als „Flash“ bezeichnet wird. Auf dem ROM werden alle Dateien dauerhaft abgespeichert. Meistens sind lediglich 8 GB bis 32 GB verbaut – das reicht gerade so für das Betriebssystem und einen Full HD Film.

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Dubiose Addons aus unbekannter Quelle

Auch wenn die Hardware schwächer ist als angepriesen und der Käufer zu viel dafür bezahlt – an und für sich sind die TV Boxen lauffähig. Aber genau hier liegt das Problem: Das komplette System wurde von einer unbekannten Person installiert. Auf die installierten Addons und Apps habt ihr keinerlei Einfluss. Im besten Falle ist unerwünschter Software-Müll installiert – im schlimmsten Falle werden eure privaten Daten übermittelt und ihr geratet in rechtliche Schwierigkeiten.

Die Peer-to-Peer-Falle

Bei Kodi-Addons ist es wichtig, die Herkunft genau zu prüfen und idealerweise nach Anleitungen zu suchen, wie ihr sie auf Kodi-Tipps.de findet. Überlässt ihr die Addon-Installation Dritte, werdet ihr mit großer Wahrscheinlichkeit in die „P2P“-Falle tappen. P2P steht für „Peer-to-Peer“ und bezeichnet das gleichzeitige Herunterladen und Hochladen von Dateien.

Einfach formuliert: Herkömmliche Video-Addons erlauben es, Videoinhalte zu streamen. Dabei entsteht auf der Festplatte keine vollständige Kopie einer Datei. Die Streaming-Daten landen in einem Zwischenspeicher, dem sogenannten Cache, der von Kodi dann in Form eines Bildes abgerufen wird. Dies ist zwar seit dem Urteil des europäischen Gerichtshofs keine rechtliche Grauzone mehr, in der Regel aber schwer nachzuweisen (Zum Artikel: Kodi & Kodi-Streams – Was ist legal & was ist illegal?).

Anders stellt es sich dar, wenn ihr ein Video-Addon nutzt, das Peer-to-Peer-Funktionen verwendet. Schaut ihr euch über solch ein Addon Videoinhalte an, ladet ihr sie dabei auch gleichzeitig hoch und stellt sie anderen Nutzern dieses Addons bereit. Dies entlastet die Server, macht euch damit aber zu Verbreitern solcher Streams. Dies ist bereits seit etlichen Jahren illegal.

Spionage-Software und alte Versionsstände

Ebenfalls müsst ihr davon ausgehen, dass der Verkäufer solcher Boxen im Hintergrund Software installiert hat, die eure Aktivitäten mit dem Gerät und im Heimnetzwerk ausspioniert und nach Unbekannt übermittelt. Dazu bergen solche Boxen große Sicherheitslücken, da alte Android-, und App-Versionen installiert wird.

Android TV-Boxen mit Vorsicht zu genießen

Es bleibt festzuhalten, dass No-Name-Boxen mit vorinstalliertem Android und Kodi prinzipiell funktionieren. Ihr müsst euch darüber im Klaren sein, dass ihr ein internetfähiges Gerät anschließt, das von einer unbekannten Person eingerichtet wurde.

Vor allem in heutigen Zeiten raten wir dazu, speziell beim Video-Streaming einen VPN-Anbieter zu verwenden. Mit einem VPN wird euer Internetverkehr verschlüsselt, bevor er zum Zielserver gelangt. Ebenso haben Parteien von außerhalb – zum Beispiel euer Internetanbieter – keinen Zugriff auf den Datenstrom. IP-Adresse und Herkunftsland werden zusätzlich verschleiert.

Wir empfehlen unseren Testsieger CyberGhost (hier zum Test), der die höchste Sicherheitsstufe garantiert, dabei eine sehr hohe Geschwindigkeit erreicht und mit einem fairen Preis aufwartet. Weitere VPN-Tests findet ihr HIER.

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